Anders {Rezension}


„Anders“ ist ein Kinder- und Jugendbuch von Andreas Steinhöfel und im Königskinder Verlag erschienen.

Cover

Für den 11jährigen Felix Winter sind nach dem Unfall 263 Tage vergangen in denen er im Koma lag. Dann plötzlich erwacht er und kehrt zurück ins Leben, aber er hat keinerlei Erinnerung an die Zeit vor dem Unfall oder an den Unfall selbst. Er erinnert sich auch nicht an seine Eltern und Freunde.
Von nun an nennt er sich „Anders“, da er sich nicht mehr wie ein Felix fühlt.
Und es gibt ein dunkles Geheimnis. War jemand Schuld am Unfall des Jungen?

© Karin Fiedler

© Karin Fiedler

Zentral geht es um das Verhältnis von Eltern und Kind, dem Loslassen und den Umgang im sozialen Leben. Steinhöfel nimmt hier besonders die sogenannten „Helicopter-Eltern“ aufs Korn und beschreibt das Überbehüten der Kinder.
Doch nachdem sich Felix in „Anders“ unbenannt hat, legt er auch sein altes Leben ab. Er macht nächtliche Streifzüge, balanciert auf Brückengeländern, klettert auf Bäume und schließt seine Mutter aus.

Der neue Junge ist eigentümlich und sehr geradeaus zu seinen Mitmenschen. Auf den Kopf zu teilt er ihnen unaufgefordert mit unter welchen Krankheiten sie leiden.
Und er hat ein ganz eigenes Gespür für Farben entwickelt:

„Du leuchtest, sagte Felix, Ich leuchte? Ein gleichgültiges Nicken. Blau. Ich leuchte blau? Noch ein Nicken. Du meinst – von innen heraus? Wie eine Glühbirne? Nein. Außen herum.“

© Karin Fiedler

© Karin Fiedler

Dem Autor ist eine Mischung aus Krimi und Märchen in wunderbar poetischer Sprache gelungen.

Mit Sätzen wie „Aber es tut gut, mal wieder mit einem Kind zu tun zu haben. Ich hatte ganz vergessen, wie hell ihr seid. Das Licht im Dunkel der Welt.“ (Seite 150), hat mich Andreas Steinhöfel sofort gefangen genommen.

Ganz banale Weisheiten des Alltages versteht der Autor in wunderbare Sätze zu packen, so das sie nicht gepredigt wirken, sondern ganz einleuchtend vermittelt werden.
Die Sprache, die er dabei wählt ist ausgesprochen klar, das Buch liest sich dadurch wunderbar flüssig. Trauen wir doch unseren Kindern zu, dass sie diese Sprache verstehen, denn sie haben viel mehr Fantasie wie wir Erwachsenen. Trotz der Ruhe, mit der dieser Roman erzählt wird, ist es eine spannende Geschichte. Diese dunkle Geheimnis um Felix schwirrt die ganze Zeit vor unserem Auge.

Die Protagonisten sind detailreich ausgearbeitet. Ganz nebenbei lernen wir sie kennen und erkennen schon nach kurzer Zeit die Schwächen, die sie ausmachen.

Ich bin ein großer Fan des Autoren. Mit seiner Buchreihe um „Rico und Oscar“ hat Steinhöfel schon bewiesen, dass er ein großer Erzähler und Beobachter ist und hat viele verschiedene Auszeichnungen bekommen.

2013 wurde er mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 für das Gesamtwerk als Autor ausgezeichnet.

Der Königskinder Verlag macht wunderschöne Cover. Goldene Schriftzüge, Lesebändchen und Illustrationen runden das Buch ab. Auch in „Anders“ ist wieder Peter Schössow für die Illustrationen verantwortlich.

Fazit
Ein wunderbares Buch für jede Altersklasse, das zum Denken anregt. Wer etwas andere Geschichten mag, nicht mit den Konventionen geht und poetische Sätze schätzt, dem lege ich dieses Buch ans Herz.

 

Habt ihr das Buch auch gelesen?
Interessiert es euch?
Dann hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar 🙂

chaos

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4 Kommentare zu “Anders {Rezension}

  1. Liebe Karin,
    auch wenn es mir wie dir geht und ich eigentlich blind alles lesen könnte wo Steinhöfel draufsteht, so hast du mir mit deiner Rezension noch einmal mehr Lust darauf gemacht. Gerade bei der Vielzahl der „Krankheitsgeschichten“ in den letzten Jahren finde ich es wertvoll, wenn hier und da eine Geschichte ein bisschen anders (!) ist.

    liebe Grüße!

  2. Guten Morgen Karin,

    Danke für deine Rezi, die du wieder einmal sehr schön ausgearbeitet hast.
    Dennoch muss ich sagen, spricht mich das Cover überhaupt nicht an. Und auch die Kids und Teens in meinem Umfeld mögen eher Bücher mit Farbe und mehr Ausdruck im Cover. Der Inhalt jedoch macht mich neugierig, so das ich es mir bei Gelegenheit einmal genauer anschauen werde.

    Liebe Grüße Carmen

    • Liebe Carmen,
      vielen Dank.
      Der Königskinder Verlag fährt diese Linie mit den weißen Covern und goldener Schrift.
      Ich persönlich finde das ja sehr schön, aber du hast recht, das es Kindern evtl. zu „einfach“ sein könnte.

      LG
      Karin

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