Still {Rezension}


5 von 5

von Zoran Drvenkar

Still

„Still“ ist ein Thriller von Zoran Drvenkar und im Eder & Bach Verlag erschienen.

© Karin Fiedler

© Karin Fiedler

Drvenkar bleibt seinem Schreibstil treu. Wie schon in seinen Thrillern „Du“ und „Sorry“, wird in mehreren Erzählperspektiven erzählt – im Buch „Still“ sind es „Du“, „Sie“ und „Ich“. Ich würde fast behaupten, das dies sein Markenzeichen ist.

Jeder der drei Perspektiven bekommt ihre ganz eigene Erzählform und ein eigenes Kapitel. „Ich“ wird in der ersten Person Singular erzählt, „Du“ in der zweiten Singular und „Sie“ in der dritten Person Plural. Eine interessante Form der Erzählung, die der Geschichte im Gesamten noch mehr Tiefe und der Handlung noch mehr Grausamkeit gibt. Der Protagonist Mika Stellar bekommt den Erzählpart, wohingegen die anderen Stimmen aus dem Off kommen.

Drvenkar spinnt einen perfiden Plot, wobei das Meiste in unseren Köpfen passiert. Der Autor gibt kaum Details preis, verliert sich nicht in gewalttätigen Szenen voller Blut, sondern „blendet“ im entscheidenden Moment ab. Im Film würden wir nur erahnen was gerade passiert, denn die Kamera hält schon lange nicht mehr drauf.

© Karin Fiedler

© Karin Fiedler

Angst, Wut und Brutalität bestimmen jedes der Kapitel.
Ein Vater, der auf der Suche nach seiner Tochter seine Identität verliert. Ein junges Mädchen, das reglos wartet. Vier Freunde, die uns das Fürchten lernen wollen.
Stellenweise sind die Zeilen, ja ganze Kapitel unerträglich zu lesen.
Gezielt treibt Drvenkar die, immer beklemmender werdende, Geschichte voran.

Mit dem ersten Satz wird der Leser ins Buch gezogen und dort nicht mehr losgelassen. Die Protagonisten erscheinen einem zunehmend realer, je weiter die Geschichte voran schreitet. Dabei geht es gar nicht darum eine Sympathie aufzubauen. Das habe ich bei keinem der Charaktere versucht.

Der Verlag Eder & Bach hat großes Gespür bewiesen und ein erschwingliches Softcover mit einem wunderbaren Design in den Buchhandel gebracht, das sicher wieder ganz oben in den Bestsellerlisten landen wird.

Wer also bei Alien im Kino die Armlehnen zerdrückt hat, Hitchcock mag und mit beklemmenden Geschichten umgehen kann, dem möchte ich „Still“ ans Herz legen.

Vielleicht auch Interessant?

„Du“

„Sorry“

„Sag mir, was du siehst“

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6 Kommentare zu “Still {Rezension}

  1. Eine sehr gute Rezension. Toll geschrieben. Das er dieses DU, SIE und ICH bereits in den anderen Romanen verwendet hat, wusste ich nicht, da ich ja bislang nur „Der letzte Engel“ gelesen hatte. Aber als ich mit dem Roman angefangen habe, war mir direkt klar, was du mit „der typische Drvenkar“ meinest. Darum habe ich dich auch indirekt in meiner Rezension erwähnt 🙂

    • Dankeschön.
      Ja – nicht direkt dieses DU, SIE und ICH – aber man wird immer direkt im Roman mit einbezogen.
      Bei den Jugendbücher, darunter „Der letzte Engel“ ist das eher nicht so. Aber es bekommt jeder Protagonist ein Kapitel.
      Ich lese gleich mal Deine 🙂

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