Gegen Einsam von Daniela Meisel



  • Gebundene Ausgabe: 215 Seiten
  • Verlag: Picus Verlag; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3854526792
  • ISBN-13: 978-3854526797

 

„Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.“
Alfredo LeMont

Einsamkeit hat viele Namen.
In dem neuen Roman von Daniela Meisel heißt sie Manuel und Maja und bekommt durch die beiden Protagonisten ein Gesicht. Zu Beginn des Buches kennen sich Beide noch nicht und die Autorin durchleuchtet den Alltag von Manuel und Maja erst mal getrennt in einzelnen Kapitel, bis diese sich im weiteren Verlauf vermischen.

Manuel, Postbeamter Mitte 30, und so unauffällig, dass man ihn in der nächsten Sekunde schon wieder vergessen hat. Er ist durchschnittlich: durchschnittlich groß, hat ein durchschnittliches Gewicht, hat einen durchschnittlichen Job.
Aber er will nicht durchschnittlich sein und leidet darunter.
Als er eines Tages liest, dass ein durchschnittlicher Mensch 17.000 Gegenstände besitzt, beschließt er 34.000 Gegenstände anzusammeln. Manuel denkt, somit eine Methode gegen seine Durchschnittlichkeit gefunden zu haben. Er zieht in eine größere Wohnung und trifft auf Maja.

Maja ist Aushilfe in einer Kanzlei, ihr Hobby sind die Immobilienanzeigen der Zeitungen. Hier sucht sie WGs, die von Studenten angeboten werden. Am Wochenende verkleidet sie sich und erfindet wirre Geschichten bei den Besichtigungen. Und sie führt Statistiken, wie viele der WG-Zimmer sie bekommen hätte.
Was sie braucht ist klar, die Bestätigung.

Daniela Meisel ist hier ein sehr gelungenes Portrait unserer Gesellschaft geglückt. Mit viel Einfühlungsvermögen und guter Beobachtungsgabe hat sie ein sehr ruhiges und gefühlvolles Buch geschrieben. Die beiden Protagonisten wirken während des Lesens sehr lebhaft, man schwebt in ständiger Angst um die beiden.

Auch wenn Manuel ein durchschnittlicher Typ sein soll, er wirkt keinesfalls stereotyp. Maja ist eine Nummer für sich und braucht kein Beiwerk. Dennoch schaffen es einige Randfiguren direkt in das Herz des Lesers. Zum Beispiel die blinde Maria, Majas beste Freundin.
Spannend und mit einem Verwirrspiel verknüpft die Autorin die Protagonisten.
Der Stil des Buches ist melancholisch. Wer actionreiche Komik oder heldenhafte Protagonisten erwartet ist hier falsch.

Ich empfehle dieses Buch mit sehr viel Ruhe und Aufmerksamkeit zu lesen, damit man – so wie ich – in den Genuss eines tollen Buches kommt.

Advertisements

lass doch ein paar Worte hier :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s