Im Labyrinth der Nacht von Graham Swift



  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783423248266
  • ISBN-13: 978-3423248266
  • ASIN: 3423248262

„Ihr schlaft, meine Engel, nehme ich an. Zu meiner Verwunderung und Erleichterung tut das auch euer Vater, wie jemand, der es fertigbringt, am Vorabend seiner Hinrichtung zu schlafen. Morgen wird er all seine Kraft brauchen. In dieser Nacht vor dem Tag, der unser aller Leben verändern wird, bin ich die Einzige, die wachliegt.“

Vor dem Tag, als das Familiengeheimnis gelüftet werden soll liegt Paula wach im Bett. Ihr Mann Mike liegt schlafend neben ihr und die 16jährigen Zwillinge schlummern in ihren Zimmern.

Sie führt einen einsamen Monolog und spricht in Gedanken zu ihren Kindern. Es soll ein Probelauf für die Urteilsverkündung sein, ein sich beruhigen und um Verständnis ringen. Der nächste Tag soll der Tag des Jüngsten Gerichts werden. Die Zwillinge Kate und Nick werden in das Geheimnis der Eltern eingeweiht.

Das Geheimnis, dass sich eigentlich im Laufe des Monologs entfalten soll, wird von den ständigen Wiederholungen und Andeutungen kaputt gemacht. Schon nach 20 Seiten hat der Bogen an Spannung verloren, und das Thema ist bereits völlig ausgereizt.
Nervenzerreibend sind die ständigen Wiederholungen und die häufige Ansprache der Kinder.
Allein auf Seite 64 können wir ganze neun Mal das Wort „Geburtstag“ zählen. Und das Kinder, heute mit 16 Jahren schon so wie mit 18 sind, ist keine Entdeckung des Autoren. Aber Graham Swifft scheint davon so beeindruckt, dass er uns auf allen paar Seiten davon erzählen muss.
Das Bitten, Beschwören und Jammern ist ausschweifend und völlig Irrelevant für die Geschichte.
So hören wir immer wieder „damit ihr versteht“, Versteht doch, „habt Nachsicht“.
Der Handlungsverlauf ist völlig wirr und man bekommt viel zu viele unnötige Informationen.
Schonungslos konfrontiert sie uns (und damit auch ihre Kindern, denn an sie geht ja die Ansprache) mit ihren Sexphantasien und lässt kein Detail aus.

Graham Swifft hat versucht, die Innenansichten einer 49jährigen Frau darzustellen. Diese hat er aber leider nicht zu greifen bekommen. Er verstrickt sich in seiner Konstruktion und verliert sich im eigenen Labyrinth.
Die Protagonistin ist mir mehr als unsympathisch und wirkt sehr weltfremd.
Ich frage mich nun also, ob der Lektor hier geschlafen hat, oder einfach nur die Übersetzung so schlecht ist. Mich hat das Buch leider nicht berührt, vielmehr lässt es mich wütend zurück.


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