Die besten Beerdigungen der Welt – Kinder und Jugendbuch-Reihe #8


von Ulf Nilsson (Autor), Eva Eriksson (Illustratorin)


  • Gebundene Ausgabe: 40 Seiten
  • Verlag: Moritz; Auflage: Neuauflage. (19. Juli 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895651745
  • ISBN-13: 978-3895651748
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 – 7 Jahre
  •  

    „Ein kleines Leben in der Hand,
    Plötzlich weg, tief, tief im Sand.“

    Ester und der namenlose „Ich“ Erzähler langweilen sich an einem herrlichen Sommertag. Als die beiden über die wiesen streifen, finden sie eine tote Hummel. Ester findet jemand muss sich um die kleinen toten Tiere kümmern und so begraben sie die kleine Hummel auf einer Lichtung und gründen die „Beerdigungen AG“. Als dann auch noch Putte, Esters kleiner Bruder, hinzukommt ist die Rollenverteilung komplett. Putte ist fürs weinen zuständig, Ester hebt die Gräber aus und der „Ich“ Erzähler schreibt die Grabreden in Form kleiner Gedichte. Nach der Hummel fanden sie eine Spitzmaus.

     „Was macht die da?“, fragte Putte. „Liegt die da nur?“
    „Sie ist tot“, sagte Ester.
    „Was ist das?“, fragte Putte. „Wieso liegt die nur?“
    Wir erklärten, dass alles, was lebt, sterben muss.
    Alle, alle, und du auch, irgendwann stirbst du und wirst zu nichts. Das ist blöd und traurig und alle weinen. Endlich hatte Putte es verstanden.
    „Ich?“, sagte er. „Sterben?“
    „Doch nicht jetzt, dummes Kind“, sagte Ester.
    „Wenn du ein alter Opa bist“, sagte ich, „dann stirbst du.“
    Seine Unterlippe fing an zu zittern. Er sagte: „Aber dann sind Mama und Papa traurig …“

    Danach begruben sie einen Hamster, von einem Mädchen bekommen sie 10 Kronen dafür. Nuffe, der Hamster, bekommt eine schöne Beerdigung und das Mädchen ist traurig und sehr gerührt und weinte.
    Esters Vater brachte einen toten Hahn, im Kühlschrank finden sie 3 Heringe, die Großmutter bringt neun Mäuse aus der Falle und die Lichtung verwandelte sich schon in einen richtigen Friedhof.

    Am Straßenrand fanden sie einen platten Igel,

    „Hier unten bist du pieksig und platt.
    Im Himmel bist du rund und satt.“

    Und einen Hasen, den längsten den sie je gesehen haben.
    Als eine kleine Amsel vor ihren Augen stirbt, vergisst sogar der namenlose Erzähler seine Angst vor dem Leben und dem Tod. Er hebt die Amsel auf und so stirbt sie in seinen Armen. Und als sie die Amsel, sie haben den Vogel auf „kleiner Vater“ getauft begraben ist er noch ganz warm.

    „Das Lied ist zu Ende. Aus Leben wird Tod.
    Dein Körper wird kalt. Alles wird dunkel.
    Im Dunkeln warst du wie ein Licht,
    Danke, wir vergessen dich nicht.“

    Erschöpft nach einem so geschäftigen Tag voller Emotionen sinken sie in einen tiefen Schlaf.
    Am nächsten Tag machten sie dann etwas ganz anderes.

    Ester verkörpert die Sorglose in diesem Team. Geschäftig versucht sie sogar Geld mit dem Tod zu machen. Putte, der Jüngste der Gruppe versteht es nicht und beharrt auf Erklärung, warum man sterben muss. Der namenlose Erzähler ist der ängstliche, bis am Ende alle einen ganz andere Einstellung zum  Tod haben.

    Es wurden zur Unterstützung des Textes wunderschöne Bilder ausgesucht. Ein Bilderbuch für jede Altersklasse und für jeden der sich mit den Fragen zu Leben und Tod auseinander setzen möchte.

    Ich denke man kann anhand dieses Buches sehr gut mit den Kindern darüber diskutieren. Die Geschichte macht nicht traurig und das ist das Wichtige was hier vermittelt wird. Die Grenzen von Emotion, Humor und Ernsthaftigkeit wurde miteinander vermischt.
    Unbedingt Empfehlenswert!

    Interessiert euch dies Reihe dann schaut auch in meine anderen Rezensionen!

    #01 Zoran Drvenkar / Die Nacht, in der meine Schwester den Weihnachtsmann entführte
    #02 Morris Gleitzman / Einmal
    #03 Jacob van der Hoeden / Lienekes Hefte
    #04  Bettina Obrecht / Die kleine Hexe Ida
    #05 Jonathan Stroud / Bartimäus – Der Ring des Salomo
    #06 Holger Gerlach / Tschilper – Steifes Bein und großes Herz
    #07 Zoran Drvenkar / Der einzige Vogel, der die Kälte nicht fürchtet

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    8 Kommentare zu “Die besten Beerdigungen der Welt – Kinder und Jugendbuch-Reihe #8

    1. Pingback: Neva von Sara Grant #16 « Literatur und mehr

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    3. Ich will noch was sagen. Ein waches Kind spürt, wenn Erwachsene lügen. Ob das nun im Kindergottesdienst, im Kindergarten in der Schule ist, oder es die eigenen Eltern sind. Ich z.B. habe nie an Gott oder den Himmel geglaubt und bin sozusagen von Natur aus Atheist. Ich kann mich noch sehr gut erinnern wie ich sprachlos dem Kindergottesdienst-Geschichten gefolgt bin, und ich mich gefragt habe, warum sie lügt, wo ich doch die Wahrheit gar nicht kenne. Und niemand von den Erwachsenen war ehrlich. Das spürt ein Kind. Ich bin jetzt weit über 40 und weiß, was ich sage. Der Verweiß auf den Himmel ist für ein waches Kind ein … was auch immer. Unterschätzt die Kinder nicht, denn sie denken noch nach über das, was gesagt wird. Im Gegensatz zu den Erwachsenen, die meist nur aus leeren Phrasen bestehen.

    4. Ich weiß nur, dass ich so zwischem dem 7-10 Lebensjahr Monate und so gesehen Jahre schweißgebadet mit zitternden Zähnen hellwach im Bett lag und nicht schlafen konnte, weil ich mir vorstellte, wie ich verrotte. Das ist als wenn man einem stundenlang mit der Faust in den Bauch haut und zwischendurch mit dem Brett auf den Kopf. Erst mit ca. 19 konnte ich wieder ruhig schlafen. Seitdem habe ich bis heute aber Angst vor der Angst. Wenn ich mir die Texte oben ansehe, wird mir schlecht. Denn sie lösen das Problem nicht. Es ist die Ichbezogenheit unserer Vorstellung von Leben. Das Leben selber stirbt nicht. Wir sind nur ein Teil vom Leben. Erst dieser Gedanke hat mich beruhigt. Auf mich kann ich verzichten, aber auf das Leben? Deswegen sind die Sätze oben fatal: Aus Leben wird Tod. Wer soetwas sagt, hat darüber nie nachgefühlt.

      • Ich glaube nicht, dass dieses Buch geeignet ist tiefsitzende Ängste zu behandeln. Damit sollte man immer einen Fachmann aufsuchen, der klärt woe diese Angst und von ihnen beschriebenen Panikattacken herkommen.

        Für alle neugierigen und interessierten Kinder halte ich das Buch für geeignet sich mit dem Thema zu befassen!

    5. Sehr schöne Rezi. Empfehle zur Thematik Tod auch „Eric und das Opagespenst“

      Weiter so . Gute Kinderliteratur schafft die kritische Gesellschaft der Zukunft.

    6. Pingback: Kinder- und Jugendbücher « Literatur und mehr

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