Geschichte einer Ehe von Andrew Sean Greer ***** (3/5)


 

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Fischer, S., Verlag GmbH; Auflage: 1 (12. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100278186
  • ISBN-13: 978-3100278180
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    Ein Abend wie ihn viele Ehepaare erleben, doch für Pearlie und Holland ist es ein ganz persönlicher Abend. Es ist, die mitunter emotional intensivste Stelle des Buches. Der Abend bevor Holland seine kleine Familie verlassen wird.
    Sie hören wie so oft gemeinsam Radio, trinken einen Whisky und gehen zu Bett. Jeder in sein eigenes Schlafzimmer, aber keiner spricht über das bevorstehende, denn auch Pearlie weiß von den Plänen Hollands und sie respektiert es.
    Holland und Pearlie sind ein afroamerikanischen Paar, für den Roman und dem Fortlauf der Geschichte hat dies aber keine Relevanz.

    Pearlie und Holland kennen sich schon aus Kindertagen. Pearlie half damals auch seiner Mutter ihn zu verstecken, damit er nicht eingezogen werden kann und nicht in den Krieg ziehen muss. Pearlie kommt um ihm vorzulesen. Doch der Schwindel fliegt schon bald auf und Holland zieht in den Krieg.
    Durch Zufall treffen sie sich am Ende des Krieges wieder, heiraten und bekommen einen Sohn. Hollands Tanten warnen Pearlie, er hat ein krankes Herz – doch das hat sie völlig falsch gedeutet wie sich im Laufe des Romans herausstellt.
    Als dann eines Tages ein alter Kriegskamerad vor der Tür steht und Pearlie 100.000 Dollar und einige Hektar eigenes Land anbieten will gerät ihr Leben aus der Bahn. Ein verwirrendes Versteckspiel beginnt und Pearlie zweifelt, ob die Ehe mit Holland nicht eine große Lüge war.
    Was hat es auf sich mit diesem mysteriösen Fremden?

    Der Autor erzählt diese Geschichte in drei verschiedenen Zeitebenen: die Jugend der Beiden, die Zeit der Ehe und retrospektiv als Pearlie schon 70 Jahre alt ist.
    Der Roman lässt sich leicht lesen, obwohl der Autor des Öfteren den Erzählstil wechselt. Er knallt einem beim Lesen inhaltsschwere Sätze um die Ohren und im nächsten Kapitel wirken die Sätze hingegen wie hingerotzt. Lakonisch und voller Ironie. Dennoch ist die Geschichte des Romans eher monoton und ich merke es fällt schwer, das Gelesene in Worte zu fassen. Ich habe eigentlich für keinen der Protagonisten eine besondere Sympathie aufbringen können, eher noch gingen sie einem auf die Nerven.
    Ich denke hier hätte man noch etwas mehr mit der Zeit des damaligen San Francisco der 50er Jahre spielen können.
    War es in der damaligen Zeit wirklich so nebensächlich als einziges afroamerikanischen Paar in einer weißen Siedlung zu wohnen?
    Auch das Spiel zwischen Holland, dem fremden Mann und Pearlie hat für meinen Teil zu wenig Farbe. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Außenseiterrolle. Mir persönlich ist das aber zu wenig.
    Wie schon beim Roman „Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli“ konnte mich Andrew Sean Greer nicht fesseln. Das Fazit ist eine nette kleine Geschichte, aber nicht mehr.

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    2 Kommentare zu “Geschichte einer Ehe von Andrew Sean Greer ***** (3/5)

    lass doch ein paar Worte hier :-)

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