Königskinder von Gernot Gricksch



  • Broschiert: 352 Seiten
  • Verlag: Droemer/Knaur (15. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342619872X
  • ISBN-13: 978-3426198728
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    Mann könnte meinen Unterschiede ziehen sich an. Tun sie ja auch, aber treffen wird man sich dadurch dennoch nicht.
    Wie Plus und Minus ziehen Mark und Simone durch ihr Leben und kurz bevor sie sich treffen wird der Magnetismus aufgehoben und sie gehen wieder in verschiedene Richtungen.

    So läuft Simones Mutter, hochschwanger und kurz vor der Geburt, genau vor das Auto in dem Marks Mutter sitzt – auf dem Weg ins Krankenhaus.
    Und genau das ist der rote Faden aus dem Gernot Gricksch eine wundervolle Geschichte voller verpasster Gelegenheiten spinnt. Oftmals lachen wir darüber, zittern – ob sie sich
    denn nun endlich begegnen, weinen mit ihnen am 11. September 2001 und wollen am liebsten schreiben: „Halt!“

    Was mich neben dieser Geschichte der Königskinder noch an diesem Buch fasziniert, sind die Nebenhandlungen. Der Autor hat so viel Leben in diesen Roman gepackt, dass es einem nie langweilig wird oder gar unglaubwürdig vorkommt.
    Und natürlich, der Umstand das ich auch im Jahr 1970 geboren wurde. So bin ich mit den beiden aufgewachsen, erinnere mich und ertappe mich dabei, darüber nachzudenken ob ich Mark oder
    Simone je getroffen habe. Gernot Gricksch beschäftigt natürlich auch die Frage nach der
    großen Liebe, ob es sie gibt und ob es „den passenden Menschen“ gibt der nur darauf wartet gefunden zu werden.

    „Aber selbst wenn: Bei meinem Glück lebte mein Seelenverwandter als Ziegenhirt in Kirgisien und würde mir nie begegnen. Oder der Mann, der mein Leben verändern
    könnte, war einundneunzig Jahre alt und hing bereits am Tropf.Oder ich würde auf der Straße achtlos an dem für mich bestimmten Mann vorbeigehen und niemals erfahren, das ich meinem Seelenverwandten an einem Punkt in meinem Leben schon einmal so nah gekommen war, dass ich bloß den Arm hätte auszustrecken brauchen. Und selbst wenn er mich frontal anrempeln würde: Woran sollte ich ihn überhaupt erkennen?
    Wäre da etwa ein Glanz in seinen Augen, ein funkeln, das keine Fragen offenließ und es mir deutlich sagte:
    >>Ich bin´s! Deine andere Hälfte!<<
    Würde ich schlagartig wissen, dass ich in die Liebe hineingerannt war?“

    Dabei wird er aber nie kitschig, oder verklärt die Tatsachen um einen tollen Roman zu schreiben. Nein, das Buch hat sogar philosophische Züge. So lässt er Mark Gedanken wie diese haben:

    „Warum mögen Frauen laute, gröhlende Männer? Weil jeder Schrei eine potenzielle Drohgebärde ist und die Frauen deshalb vermuten, ihre Typen könnten Angreifer in die Flucht brüllen?“

    „Warum mögen Männer Frauen, die sich kleine Stofftiere an ihre Taschen hängen? Weil sie dadurch kindlich wirken und der Mann deshalb das Gefühl hat, er würde bei diesen Frauen immer die Oberhand behalten können?“

    Ein wundervoll humorvolles Buch das zum nachdenklich macht und zum mitlachen anregt.
    Wie schön das ich Gernot Gricksch begegnet bin!

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    Ein Kommentar zu “Königskinder von Gernot Gricksch

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