Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin von Delpine de Vigan



  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Droemer/Knaur (10. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342619886X
  • ISBN-13: 978-3426198865
  •  

    Ich hatte vergessen.
    „Glauben Sie, man fällt einer Sache zum Opfer, weil man schwach ist, weil man es eigentlich will, weil man sich, auch wenn es unverständlich erscheint, dafür entschieden hat? Glauben Sie, dass sich bestimmte Personen, ohne dass sie es wissen, selbst als Zielscheibe anbieten?“
    (Zitat Seite 219)

    Mathilde lebt allein mit ihren drei Söhnen in Paris.
    Bis vor kurzem ist sie ihrer Arbeit noch mit großer Begeisterung nachgegangen. Doch seit Monaten verschlechtert sich ihr Situation. Seit dem Zeitpunkt als sie ihrem Chef öffentlich widersprochen hat.

    Verzweifelt und nach neun Monaten des Kampfes ist sie mit ihren Kräften am Ende. Sie sucht eine Wahrsagerin auf. Der 20. Mai soll ihr Leben verändern in Form einer besonderen Begegnung. Mathilde beginnt zu Träumen.

    „Manchmal träumt sie von einem Mann, den sie fragen würde:
    Kannst du mich lieben? Mit dem ganzen erschöpften Leben, das hinter ihr liegt, mit ihrer Kraft und ihrer Zerbrechlichkeit. Ein Mann, der den Schwindel erlebt hätte und Angst und Freude.“
    (Zitat Seite 142)

    Auf der anderen Seite der Stadt sagt Thibault seiner Freundin für immer Adieu. Auch er ist auf der Suche, genau wie Mathilde möchte er eine Frau die ihn liebt, ihn in die Arme nimmt – ohne etwas zu sagen – nur einen Moment lang um sich einige Minuten anzulehnen und auszuruhen. Eine Frau, die den Schwindel erlebt hätte und Angst und Freude. Er ist Arzt und macht Hausbesuche in Paris. er hat genug von der Stadt und von dem Elend. Eine seiner Patientinnen, eine 80jährige Frau – sie kann die Wohnung nicht mehr verlassen und er fragt sich, „Wann war sie das letzte mal einkaufen“. Ein Blick in den Kühlschrank genügt. Auch das ist Paris, Berlin, Frankfurt, München – egal wo wir hinschauen.

    „Doch die Verzweifelten begegnen sich nicht. Höchstens im Kino. Im richtigen Leben laufen sie aneinander vorbei, streifen sich, rempeln sich an. Und stoßen einander oft ab, wie die beiden gleichen Pole von zwei Magneten. Das weiß sie schon lange.“
    (Zitat Seite 142)

    Ich hatte vergessen.
    „Glauben Sie, man fällt einer Sache zum Opfer, weil man schwach ist, weil man es eigentlich will, weil man sich, auch wenn es unverständlich erscheint, dafür entschieden hat? Glauben Sie, dass sich bestimmte Personen, ohne dass sie es wissen, selbst als Zielscheibe anbieten?“
    (Zitat Seite 219)

    Mathilde lebt allein mit ihren drei Söhnen in Paris.
    Bis vor kurzem ist sie ihrer Arbeit noch mit großer Begeisterung nachgegangen. Doch seit Monaten verschlechtert sich ihr Situation. Seit dem Zeitpunkt als sie ihrem Chef öffentlich widersprochen hat.

    Verzweifelt und nach neun Monaten des Kampfes ist sie mit ihren Kräften am Ende. Sie sucht eine Wahrsagerin auf. Der 20. Mai soll ihr Leben verändern in Form einer besonderen Begegnung. Mathilde beginnt zu Träumen.

    „Manchmal träumt sie von einem Mann, den sie fragen würde:
    Kannst du mich lieben? Mit dem ganzen erschöpften Leben, das hinter ihr liegt, mit ihrer Kraft und ihrer Zerbrechlichkeit. Ein Mann, der den Schwindel erlebt hätte und Angst und Freude.“
    (Zitat Seite 142)

    Auf der anderen Seite der Stadt sagt Thibault seiner Freundin für immer Adieu. Auch er ist auf der Suche, genau wie Mathilde möchte er eine Frau die ihn liebt, ihn in die Arme nimmt – ohne etwas zu sagen – nur einen Moment lang um sich einige Minuten anzulehnen und auszuruhen. Eine Frau, die den Schwindel erlebt hätte und Angst und Freude. Er ist Arzt und macht Hausbesuche in Paris. er hat genug von der Stadt und von dem Elend. Eine seiner Patientinnen, eine 80jährige Frau – sie kann die Wohnung nicht mehr verlassen und er fragt sich, „Wann war sie das letzte mal einkaufen“. Ein Blick in den Kühlschrank genügt. Auch das ist Paris, Berlin, Frankfurt, München – egal wo wir hinschauen.

    „Doch die Verzweifelten begegnen sich nicht. Höchstens im Kino. Im richtigen Leben laufen sie aneinander vorbei, streifen sich, rempeln sich an. Und stoßen einander oft ab, wie die beiden gleichen Pole von zwei Magneten. Das weiß sie schon lange.“
    (Zitat Seite 142)

    Delphine de Vigan ist nach „No & Ich“ eine meiner Lieblingsautoren geworden. Sie schafft es die Themen, die uns eigentlich alle betreffen auf den Punkt zu bringen. Ohne den Zeigefingern zu erheben, aber sie zeigt gnadenlos mit dem Finger drauf. Hält ihn, wenn es sein muss, auch tief in der Wunde. Täglich gibt es Menschen wie Mathilde, die bei der Arbeit gemobbt werden und sich lange Zeit auch noch die Schuld dafür geben. Allen diesen Menschen, die ihren Kollegen das Leben so unendlich schwer machen – denn man nimmt es mit nach Hause, möchte ich sagen „schämt euch“. Was seid ihr doch für erbärmliche Lebewesen. Beim Lesen ist mir so viel bewusst geworden und da ich selbst schon einer solchen Situation war, konnte ich sehr gut nachvollziehen wie die Autorin dem Roman aufgebaut hat.
    Eigentlich sind wir nur an diesem 20. Mai mit ihr unterwegs, begegnen ab und an Thibault bei seiner Arbeit und hängen mit Mathilde ihrer Vergangenheit nach. Und sehen ganz langsam dabei zu wie sie innerhalb von neun Monaten den kompletten Halt verliert.

    Er meisterhaft recherchiertes Buch.

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    3 Kommentare zu “Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin von Delpine de Vigan

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