Die Leinwand von Benjamin Stein ***** (7/5) :-)


 

Die Leinwand

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: C.H. Beck; Auflage: 3. (27. Januar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406598412
ISBN-13: 978-3406598418

Der Stein der Weisen

Beim Lesen dieses Romans wird man mehr als belohnt. Allein mit den mehr als drei verschiedenen Lesewegen, die dieser Roman für einen bereit hält.
Ich habe mich entschieden Bei „Jan Wechsler“ anzufangen und dann die Kapitel im Wechsel zu lesen.

Inhalt:
„Amnon Zichroni besitzt die Fähigkeit, Erinnerungen anderer Menschen nachzuerleben. Geboren in Jerusalem und streng jüdisch erzogen, studiert er in den USA und lässt sich in Zürich als Analytiker nieder. Dort begegnet er dem Geigenbauer Minsky, den er ermuntert, seine traumatische Kindheit in einem NS-Vernichtungslager schreibend zu verarbeiten. Beider Existenz steht auf dem Spiel, als der Journalist Jan Wechsler behauptet, das Minsky-Buch sei reine Fiktion.

Zehn Jahre später wird eben diesem Jan Wechsler ein Koffer zugestellt, der ihm bei einer Reise nach Israel verloren gegangen sein soll – doch Wechsler kann sich an den Koffer nicht erinnern. Auf den Spuren fragwürdig gewordener Erinnerungen reist er nach Israel und gerät in ein Verhör. Tatsächlich, stellt sich heraus, ist er schon einmal dort gewesen, und sein damaliger Gastgeber, Amnon Zichroni, gilt seither als vermisst. “ Klappentext

Was ist wahr und was ist falsch, das ist der rote Faden der sich durch beide Geschichten zieht und Hauptbestandteil des Romans ist . Der Roman handelt davon wie Geschichten zu Geschichten werden und wie verletzend und vernichtend auch das geschriebene Wort sein kann.
Das es dann am Ende der beiden Geschichten kein Ende gibt, sondern nur offene Fragen, ist kein Manko sondern passt zu den Geschichten und ist daher eher ein Qualitätsmerkmal. Nicht zu wissen woher Wechslers Kindheitserinnerungen an Ost-Berlin rühren, woher nun der ominöse Koffer kam, oder was aus Wechslers Frau und Kindern geworden ist, stört mich nicht im geringsten.

Der Autor Benjamin Stein belohnt uns mit knappen und stichpunktartigen Schilderungen aus zwei verschiedenen Lebenswegen, die des Anton Zichroni und die von Jan Wechsler.  Er erzählt dies kosmopolitisch, erzählt von Moderne, von Religion und Glauben und davon wie Wissenschaft und Religion sich aneinander reiben.
Und das macht er so spannend, dass dieses Buch fast einem Psychokrimi ähnelt der nebenbei auch noch ungeheuer Klug aufgebaut ist. Gerade für die Nebenhandlung, die sich aus dem wechselhaften Lesen ergibt und deshalb bin ich auch froh mich für diesen Weg entschieden zu haben. Ich kann dieses Buch nur jedem an Herz legen!

Sein erster Roman „Das Alphabet des Juda Liva“ erschien 1995 im Ammann Verlag (Zürich) und als Taschenbuch 1998 bei dtv (München).
Es folgten journalistische Arbeiten als Redakteur und Korrespondent diverser deutscher und amerikanischer Computerzeitschriften. Seit 1998 arbeitet er freiberuflich als Berater im Bereich der Informationstechnologie.
Benjamin Stein ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München. Seine Lyrik und Prosa wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. 1996 mit dem Förderpreis des Kulturkreises beim Bundesverband der Deutschen Industrie.
Stein war Mitherausgeber der von 2006 bis 2008 erschienenen Literaturzeitschrift „spa_tien“ und ist seit 2008 Inhaber des Autorenverlags Edition Neue Moderne. Er betreibt das literarische Weblog „Turmsegler“. Am 27. Januar 2010 erschien im Verlag C. H. Beck sein Roman „Die Leinwand“.

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5 Kommentare zu “Die Leinwand von Benjamin Stein ***** (7/5) :-)

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